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Partikel erhitzen, um Tumorzellen zu zerstören: Die Physik hinter der Hyperthermie

Ulrich Engelmann mit Dr. Carsten KreklauHyperthermie, also das Erhitzen von Körperzellen, ist seit Jahrhunderten praktiziertes Verfahren in der Krebstherapie. Doch während früher die Menschen als Ganzes erwärmt wurden, versuchen moderne Ansätze normale Körperzellen zu schonen und lediglich die Krebszellen zu erhitzen und damit funktionsuntüchtig zu machen, z.B. indem man (super-)magnetische Partikel in den Tumor einschleust und diese dann über ein Magnetfeld anregt. Ulrich Engelmann, ein junger Physiker vom Institut für Angewandte Medizintechnik, einem Helmholtz-Institut der RWTH Aachen, hat sich dieses Verfahren genauer angesehen. In seiner Masterarbeit hat er die physikalischen Eigenschaften unterschiedlicher magnetischer Partikel untersucht, die wesentlichen Variablen identifiziert, die zu einer Erhitzung der Partikel in der klinischen Anwendung beitragen, und ein modifiziertes Verfahren vorgeschlagen, mit dem die Erhitzung effizienter als bisher gelingen könnte.
Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit der University of Washington, wo Herr Engelmann mehrere Monate forschen durfte, unterstützt durch ein Stipendium der Stiftung Industrieforschung (das Foto zeigt Herrn Engelmann mit Dr. Carsten Kreklau, dem Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, bei der Überreichung der Stipendienurkunde). Der Aufwand hat sich gelohnt, die Arbeit wurde mit der Note 1,0 ausgezeichnet.

 
   

Wechsel im Kuratorium: Abschied von Dr. Carsten Kreklau

Dr. Carsten KreklauZum 28. Februar 2014 ist die fünfjährige Amtszeit der Kuratoriumsmitglieder der Stiftung Industrieforschung turnusmäßig ausgelaufen. Große Veränderungen wird es nicht geben, die meisten Mitglieder wurden erneut berufen. Lediglich der bisherige Vorsitzende, Dr. Carsten Kreklau, verlässt das Gremium. Ihm sei an dieser Stelle ganz ausdrücklich für sein Engagement und sein Geschick gedankt, mit dem er die Stiftung Industrieforschung in den schwierigen Zeiten nach der Finanzkrise geführt hat. Sein Nachfolger wird auf der nächsten Sitzung gewählt.

 
   

Das Alter der Manager bestimmt mit, wie Unternehmen in Auslandsmärkte eintreten

Michael BembomDer Eintritt in ausländische Märkte ist eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen für das Management eines Unternehmens, auch - und vor allem - eines mittelständischen Unternehmens. Das Management kann sich zwischen direktinvestiven (bspw. Aufbau eines Joint Ventures oder Gründung einer ausländischen Tochtergesellschaft) und nicht-direktinvestiven (bspw. Exporte, Lizenzierung) Markteintrittsformen entscheiden. Die vorherige Forschung hat versucht, die Wahl der Markteintrittsform durch die separate Betrachtung individueller, organisationaler und umweltbezogener Faktoren zu erklären. Was bisher fehlte, ist eine Analyse, in der diese Faktoren ganzheitlich und in gegenseitiger Abhängigkeit betrachtet werden. Dieser Aufgabe hat sich im vergangenen Jahr der Betriebswirtschaftler Michael Bembom gestellt. Unter der Anleitung von Prof. Dr. Christian Schwens und mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Industrieforschung hat Herr Bembom am Lehrstuhl für BWL, insb. Management der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf seine Masterarbeit verfasst.
Das Ergebnis: Grundsätzlich neigen jüngere Manager eher zu direktinvestiven Markteintrittsformen, vor allem dann, wenn das Unternehmen im Zielland bereits Erfahrung gesammelt hat und das politische Risiko als hoch eingeschätzt wird. Bei älteren Managern steigt die Wahrscheinlichkeit für die Wahl einer direktinvestiven Markteintrittsform gerade bei geringer Erfahrung und geringem politischem Risiko im Zielland stark an.
Herr Bembom hat für seine Arbeit nicht nur die Note „sehr gut“ (1,0) erhalten. Er konnte seinen Betreuer auch davon überzeugen, weiter in der betriebswirtschaftlichen Forschung zu arbeiten und bei ihm zu promovieren.

 
   

Formgedächtnislegierungen sind wartungsfrei und schützen Gebäude auch bei starken Erdbeben

Wirtschaftliche und architektonische Anforderungen führen zu immer filigraneren Bauwerken. Und zu einer deutlich erhöhten Schwingungsanfälligkeit der Gebäude. Konventionelle Dämpfungssysteme tragen sehr effektiv zur Schwingungsreduktion bei, müssen aber nach jedem Erdbeben ausgetauscht werden. Daher hat Thorsten Krampe, Stipendiat der Stiftung Industrieforschung, in seiner Masterarbeit am Institut für Baustatik und Baudynamik der RWTH Aachen neuartige Dämpfungssysteme entwickelt. Diese beruhen auf Formgedächtnislegierungen, die sich oberhalb einer bestimmten Temperatur superelastisch verhalten und große Dehnungen aufnehmen, ohne dass es zu plastischen Verformungen kommt. Sein Fazit: Die neuen Dämpfer sind quasi wartungsfrei und erzielen vor allem bei Starkbeben gute Ergebnisse, da sie die Ausschwingphase nach den Erdbeben deutlich verkürzen.
Für diese Leistung ist Herr Krampe mit einem „sehr gut“ (Note 1,0) ausgezeichnet worden.

 
   

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Stiftungs-Preisträger erläutern ihre Arbeiten

Mit insgesamt 10.000 Euro zeichnete die Stiftung Industrieforschung im Herbst 2013 drei Dissertationen aus, die nicht nur nach wissenschaftlichen Kriterien hervorragend waren, sondern auch der mittelständischen Praxis wichtige Impulse gaben. In kurzen Videos erläutern die Preisträger – Dr. Nadia Nabout, Dr. Kersten Lange und Dr. Friedrich Sommer – die Kernpunkte ihrer Arbeiten.

Weitere Informationen zur Preisverleihung 2013 finden Sie hier.

Stand: 22.04.2014
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