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Automobilzulieferer: Endkunden integrieren, Marktposition stärken

Auto-InterieurBislang standen die großen Automobilhersteller, die „OEM", als unmittelbare Kunden ganz im Blickpunkt der meist mittelständischen Zulieferer. Mit seinem – von der Stiftung Industrieforschung geförderten – Projekt „DOUBLE" möchte ein Forschungsteam der RWTH Aachen unter der Leitung von Professor Malte Brettel neue Wege aufzeigen: Auch die Endkunden sollen nun in den Innovationsprozess integriert werden - mit der Perspektive, dass Automobilzulieferer nicht mehr nur Auftragsfertiger oder –entwickler sind, sondern mit eigenen markt- und kundenorientierten Innovationen ihre Wettbewerbsposition stärken.
Das Projekt verfolgte zwei Kernziele. Dies war zum einen die Weiterentwicklung bestehender Methoden, aber auch die Entwicklung neuer Ansätze zur Integration von Endkunden in den Entwicklungsprozess von Automobilzulieferern. Darüber hinaus sollte durch die aktive Einbeziehung der OEM sichergestellt werden, dass die Endhersteller eigene Ideen einbringen und zudem testen können, ob die geplanten Zulieferer-Innovationen am Markt geländegängig sind.

Die Forschungsarbeiten fanden nicht im Elfenbeinturm, sondern in enger Zusammenarbeit mit vier Industriepartnern statt. Auch das Aachener Automobilnetzwerk „car e.V." wirkte mit. Anhand einer Analyse von Best-Practice-Unternehmen ermittelte das Forschungsteam die in der Praxis erfolgreichsten Methoden zur Integration von Privat- und Firmenkunden. Diese Methoden wurden mit Blick auf die spezifischen Möglichkeiten und Grenzen mittelständischer Unternehmen gefiltert. Als Ergebnis ihrer Untersuchung sowie mehrerer Workshops mit Praktikern können die Aachener Forscher eine Toolbox präsentieren, die Zulieferer bei der schnellen und praxisnahen Vorauswahl von Kundenintegrationsmethoden unterstützen soll. Dabei werden auch unternehmensspezifische Bedingungen – wie die Situation des jeweiligen Anwender-Unternehmens oder die „Kritikalität" bestimmter Ressourcen – berücksichtigt. Die Toolbox besteht aus zwei „Frameworks", die jeweils zu Handlungsempfehlungen für die Integration direkter Kunden bzw. indirekter Kunden führen. Dabei ist aus Sicht der Forscher zu beachten, dass auf diesem Weg lediglich eine erste Bewertung der Methoden erfolgt. In jedem Fall sollte die Bewertung der Toolbox durch weitere Analysen vertieft und gesichert werden.

Projektleiterin Tessa Flatten fasst die Forschungsergebnisse wie folgt zusammen: „Das Forschungsprojekt DOUBLE hat gezeigt, dass die Integration der Endkunden in der Automobilindustrie ein wichtiger Stellhebel ist zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen insbesondere für Zulieferer, die ansonsten keinen direkten Bezug zum Endkunden haben. Durch diese Integrationsmaßnahmen können Produkte entwickelt werden, durch die eine klare Abgrenzung zum Wettbewerber sowie ein Alleinstellungsmerkmal erzielt wird."

Zum Download stehen bereit:

 

Link zum Lehrstuhl „Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler" der RWTH Aachen (Leiter: Prof. Dr. Malte Brettel): http://www.win.rwth-aachen.de

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Stand: 31.01.2012
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